{"id":740,"date":"2017-08-28T08:55:16","date_gmt":"2017-08-28T06:55:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/?p=740"},"modified":"2017-12-24T10:38:12","modified_gmt":"2017-12-24T09:38:12","slug":"schlendern-schleichen-schwimmen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/2017\/08\/28\/schlendern-schleichen-schwimmen\/","title":{"rendered":"Schlendern, schleichen, schwimmen"},"content":{"rendered":"<p>26.8.2017: Hangelsberg und Trebuser See<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-733\" src=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_friedwald-1024x768.jpg\" alt=\"Friedwald\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_friedwald.jpg 1024w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_friedwald-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_friedwald-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Nach zwei Stunden vom Alex bis Hangelsberg unterbreche ich genervt die Zugfahrt. Mein spontanes Vorhaben: F\u00fcrstenwalde mit Badepause in Trebus.<br \/>\nF\u00fcr 45 ha Friedwald fehlt mir die Lust. Ich beginne oberhalb im rechtwinkligen Zickzack durch ein schnurgerades Wegenetz zu schlendern. Muss nur oft genug abbiegen, um die Vielfalt dieses Waldes genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Maigl\u00f6ckchen und Farne als seine Besonderheiten sind schon welkend. Auf allen Nebenwegen wuchert das Gr\u00fcn. Meine Schuhe waren f\u00fcr bl\u00fchende Heide ausgew\u00e4hlt, im Nu bekomme ich nasse F\u00fc\u00dfe. Wenn nur wenigstens der Weg weiter f\u00fchren w\u00fcrde\u2026 Trotz \u201eFriedwald\u201c (wieso, weshalb, warum pl\u00f6tzlich hier?) stehe ich vor undurchdringlicher Natur, schlage mich nach links durch dichtes Geb\u00fcsch.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-734\" src=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_senke-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_senke.jpg 1024w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_senke-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_senke-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Hinter einer feuchten Senke w\u00e4re wieder ein Parallelweg zu erwarten. Die Senke stellt sich als lang gezogener, einstiger Bachlauf (einst der Trebuser Graben?) heraus, durch genau einen Lebensraum von Wild. Ich schleiche parallel auf trockenen, deutlichen P\u00e4ssen entlang. Es ist vorw\u00e4rts zu kommen. Der Fuchs scheint hier Rehwild vom Luderplatz verspeist zu haben, die gebleichten Knochen haben eine zu stattliche Gr\u00f6\u00dfe, um eigene Beute zu sein. Wie erwartet: ich kreuze einen der perfekten H\u00e4nsel-und Gretel-Wege aus Kies und wei\u00dfem Staub. Nein, weder solchen, noch einen von den maschinengem\u00e4hten zu den Ansitzen \u2013 verlockend in nat\u00fcrlichen Biegungen, doch man l\u00e4uft im Kreis.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-736\" src=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_graben-1024x768.jpg\" alt=\"\u00dcber den Trebuser Graben\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_graben.jpg 1024w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_graben-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_graben-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Also weiter auf tief gefurchten, \u00fcberwachsenen Wegen und voller Brombeerschlingen. Die Gegend wird auffallend h\u00fcgelig. HIER bin ich noch nie gewesen, obwohl ich schon h\u00e4ufig den Trebuser See aus dieser Richtung angesteuert habe. In feuchten Senken steckt mit Sicherheit Wild drin, zum Gl\u00fcck keine Anzeichen von Wildschweinen. Nur Wechsel von Rehen und Ausstiege vom Fuchs. Die F\u00e4zes auf dem Weg dampfen fast noch: das war Beerenschmaus. Stehenbleiben ist unm\u00f6glich: Mit jedem Schritt st\u00f6re ich Schw\u00e4rme winzigster, durchsichtiger Insekten auf. Sirrende Gnitzenweibchen: die brauchen mein Blut f\u00fcr die Entwicklung ihrer Eier.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-730\" src=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_abgestorben-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_abgestorben.jpg 1024w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_abgestorben-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_abgestorben-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Ich bin in einen Kessel jetzt ausgetrockneter Gew\u00e4sser geraten, vielleicht verbirgt sich noch ein Restgew\u00e4sser. Ich schleiche umher und suche den Weg. Ein Hochsitz und einer der von mir ungeliebten Unterst\u00e4nde mit weit offener und trotzdem keinesfalls einladender T\u00fcr.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_wegende.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-738\" src=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_wegende.jpg\" alt=\"Ende des Weges\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_wegende.jpg 1024w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_wegende-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_wegende-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das mache ich ungern und selten: Umkehr. \u00dcber einen v\u00f6llig trockenen Bachlauf, dort endlich f\u00fchrt ein dammartiger Weg geradeaus. Bin kn\u00fclle vom vielen Vor und Zur\u00fcck, den Brombeeranken und dem tiefen, feuchten Gras: jetzt will ich nur noch den Waldrand erreichen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-732\" src=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_damm-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_damm.jpg 1024w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_damm-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_damm-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Die Gnitzen verschwinden. Ich komme weit hinter J\u00e4nnickendorf aus dem Wald, muss zur\u00fcck, h\u00fcgelig \u00fcber Trockenrasen, nach rechts zum Kopfsteinpflasterweg 4 km bis Trebus, zum See etwas mehr. Der Name des fischreichen Sees (altslawisch zu Trebiti = Roden) ist erstmals 1285 nachgewiesen. \u00dcber einen Kilometer lang erstrecken sich einige kaum besuchte, kleine Badestellen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-737\" src=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_trebusersee-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_trebusersee.jpg 1024w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_trebusersee-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_trebusersee-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Am Ende flie\u00dft ein kleiner Bach aus dem See, der in alten Forstakten \u201eHangel\u201c genannte \u201eTrebuser Graben\u201c. Dieses Hangelflie\u00df ist Zufluss und Abfluss und m\u00fcndete einst in die M\u00fcggelspree.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-735\" src=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_trebusergraben-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_trebusergraben.jpg 1024w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_trebusergraben-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.rhizom.de\/wandern\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170826_trebusergraben-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Wahrscheinlich bin ich anfangs durch genau den Graben trockenen Fu\u00dfes gegangen.<br \/>\nZuletzt noch einmal etwa 5km bis zum Bahnhof F\u00fcrstenwalde. Ich springe nach wahrscheinlich mehr als 25 km gerade noch in den Zug kurz vor 16 Uhr.<\/p>\n<p>Zu Haus, auf der Karte sehe ich: mitten zwischen L\u00f6ckmitztal und Trebuser Graben liegt das Forsthaus Plaat und ein H\u00f6henzug, der Hangel, 1217 erstmals erw\u00e4hnt als \u201ehangende Berge\u201c. Von einstigem Gew\u00e4sser ist nichts zu erkennen. Ob das Haus noch steht, wei\u00df ich nun nicht. Ruinen gibt es in diesem Forst und auch Wasser f\u00fchrende Gr\u00e4ben an denen urpl\u00f6tzlich die Wege enden, das wei\u00df ich von fr\u00fcheren Wanderungen. Man muss alles nur wiederfinden\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>26.8.2017: Hangelsberg und Trebuser See Nach zwei Stunden vom Alex bis Hangelsberg unterbreche ich genervt die Zugfahrt. Mein spontanes Vorhaben: F\u00fcrstenwalde mit Badepause in Trebus. F\u00fcr 45 ha Friedwald fehlt mir die Lust. Ich beginne oberhalb im rechtwinkligen Zickzack durch ein schnurgerades Wegenetz zu schlendern. 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