Im Isergebirgsvorland

22.04.2019, Ostern in Tschechien mit dem WSV Rotation Berlin, Leitung Wolfgang Pagel.  Am Montag, dem nach altem Brauch eigentlich gefeierten, tschechischen Osterfest und zum Ausklang nun wirklich nur relaxed durch das liebliche Isergebirgsvorland.

Zwischen den Gebirgswiesen, entlang der Bäche, ducken sich die niedrigen Häuschen, umgeben von zauberhaften, kleinen Gärten.

Isergebirgsvorland
Ob es die harten, schneereichen Winter sind, die eine Erneuerung im internationalen Baumarktgeschmack bisher verhindert haben oder doch das seit Generationen gewachsene Gefühl für die Landschaft?

Haus im Isergebirgsvorland
Einst Zeichen für Armut und Härte des Lebens im Isergebirge, beeindrucken die Bauweisen mit heute nur noch seltener, ästhetischer Einfachheit.

Haus im Isergebirgsvorland

Wiesen im Isergebirgsvorland
Am Straßenrand vor einem prägnanten Hügel wieder ein Flur- oder Wegkreuz. Doch der Hügel inmitten der ebenen Weidewiesen verweist eher auf eine heidnische Kultstätte oder frühgeschichtliche Anlage, eine sogenannte “Motte”.

Hügel im Isergebirgsvorland, vielleicht einst eine Motte

Raspenava / Raspenau an der Wittig

Mühlenensemble
Von der Getreidemühle aus über die Wittig im Schlenderschritt zur Kirche Mariä Himmelfahrt.

Kirche Raspenau
Ein Grabstein aus dem 19. Jahrhundert. Schade: nicht “Gottfried” Menzel (1798–1879), den hatte ich von meinen Vorbereitungen in Erinnerung. Er beschäftigte sich als Priester und Naturwissenschaftler mit Maulbeerpflanzen, Astronomie und Naturheilkunde. Aber war es in Raspenau?
In meinem Gedächtnis haben sich aktuell und deutlicher die bisher frequentierten Eisverkaufsorte und -sorten verankert.

Grabstein Menzel
Einszweidrei im Sauseschritt vergeht die Zeit, wir laufen mit…


Lang kann es hier nicht her sein. Die Schüssel empfängt mit Sicherheit noch jedes Signal. Vielleicht geizt die EU, wenn da wer nicht so will wie sie möchte. Der traurige Verfall ist erst wieder mit privatem Geld aufzuhalten – woher auch immer. Im Hintergrund die billigen Neubauten.
Aber erst einmal wird nach altem, tschechischem Brauch den Frauen neues Leben mit den Osterruten eingebleut. Dafür gibt Frau gern ein Schokoei.

 

Wehr
Am gegenüber liegenden Ufer der glasklaren Wittig – trotz rostroter Farbe – wahrscheinlich die alte, riesige Kammgarnspinnerei von Raspenau, die Uferbefestigung schon antik anmutend.

Noch einmal Kloster und Wallfahrtskirche von Hejnice

Die Nepomokbrücke in Hejnice, Haindorf

Wallfahrtskirche in Hejnice, Haindorf

Wallfahrtskirche in Hejnice, Haindorf

Letzte Wiese, letztes Osterei


Nein, so weit war es noch nicht, aber so weit:

DANKE, wir waren ein tolles Team!

→ zurück zur Karfreitags-Wanderung 2019
→ zurück zu Isergebirgssteinen und Wasserfall / Ostersonnabend
→ zurück zum Smrk am Ostersonntag / 1050 m auf- und 1050 m absteigend

Aufstieg zum Smrk

21.04.2019, Ostersonntag mit Heidrun und Wolfgang Pagel, nicht zu vergessen Evi, alle vom WSV Rotation Berlin:  dritte Wanderung mit Ausgangspunkt Lázně Libverda,  heute auf den Smrk, die “Tafelfichte” auf der Grenze zwischen Tschechien und Polen

Nach steilem Treppenaufstieg ein erholsamer Wiesen- und Waldweg. Das Restaurant “Riesenfass”: geschlossen. Es gibt keinen Anlass, das am Vortag höchst beanspruchte Skelett zu schonen.

Uralte Buche

Wir kreuzen den “singletrack pod smrkem”, das erste tschechische Singletrack-Netz für maximale radtouristische Erlebnisse.

Singletrack unterhalb vom Smrk
Weiter, immer weiter bis zum Hang des Kupferberges mit Brunnenhäuschen. Abkühlung mit höchst erfrischendem Sauerbrunnen erfordert weniger akrobatische Künste als auf diese Weise.


Und wer ein echtes Osterfoto von der dort zelebrierten, echten Ostertradition erwartet (oder Austausch verlangt), wird um Zusendung und Erlaubnis zur Veröffentlichung eines solchen Fotos gebeten.

Aber mal ehrlich: echtes Ostereiersuchfoto würde diese halb-echte Inszenierung gar nicht übertreffen!!!

Steil bergan zum Smrk

Erste Hälfte des Aufstiegs zum Smrt
Die einen schleppen nun Ostereier, die andern sich selbst bei brennender Sonne hoch auf 1122 Meter, den Smrk auf der Grenze zwischen Tschechien und Polen. Fast 800 m sind bereits abgehakt.

Weitblick
Überraschend ist der Schnee nun nicht mehr, anstrengend aber doch.

Aufstieg zum Smrt
Hier weilte im August 1809 (vor den Umweltproblemen unserer Zeit mit Bäumen bestanden) der Dichter und Freiheitskämpfer, Mitglied des Lützower Freikorps, Theodor Körner (1791 – 1813).
Die Langläufer stehen sicher am Gedenkstein. Zur nächsten Loipe dürfte es ein Jahr lang dauern.

Körner-Denkmal auf der Tafelfichte, dem Berg Smrt
Eine für mich unglaubliche, zufällige Entdeckung: der blendend weiße Sonnenball vom Stahlgerüst des Aussichtsturmes augenschonend weitgehend verdeckt, ist umgeben von Ringen in Regenbogenfarben. Google klärt unter dem Begriff “Korona” auf: eine Aureole. Mein Foto lässt das Phänomen nur ahnen.

2019: Ostersonntag an der Tafelfichte, Isergebirge auf der Grenze zwischen Tschechien und Polen

Abstieg vom Smrk

Blick vom Smrk Richtung Riesengebirge
Der Sehnsuchtsblick geht weit ins Land, greifbar nahe das schneebedeckte Riesengebirge.

Auf Holzstegen am Smrk
Holzstege über normaler Weise triefnasses, zumindest feuchtes Hochmoor. Trotz Schneeschmelze beängstigende Trockenheit.

Steinstufen am Smrk
Noch einmal ein kurzes Steintreppen-Stück als Training für die Oberschenkel…

Eine kleine Quelle direkt unter den Wurzeln einer Fichte, diese sicher aus einem Samen der namensgebenden, längst entwurzelten “Tafelfichte” – einladend zu einem frugalen Mahl mit kostenlos Wasser.


Die Unermüdlichen klettern schnell noch einmal in einer dieser kleinen, natürlichen Felsenburgen.

Kleine Felsenburg
Dort wieder das typische Gestein des Isergebirges:  der grobkörnige Granodiorit, hier in seinem natürlichen Grau

Hubertusbaude

 

Dann bietet das erhoffte Ziel “Hubertusbaude” alles Leckere von Kaffee und selbst gebackenenen Hefekuchen, von Suppe bis Schmalzstulle.
Die österliche, abendliche Einkehr in Lázně Libverda ist ebenfalls schon gebont.
Zum Abspecken war das also nix. Aber: wir sind stolz auf ca. 20 Kilometer mit ca. 1000 Höhenmetern.

→ zurück zur Karfreitags-Wanderung 2019
→ zurück zu Isergebirgssteinen und Wasserfall

→ österliche Abschluss-Wanderung 2019 im Isergebirgsvorland

Isergebirgsstein und Wasserfall

20.04.2019, Ostern mit Heidrun und Wolfgang Pagel, nicht zu vergessen Evi, alle vom WSV Rotation Berlin. Die zweite Wanderung im Isergebirge: Ořešník, Stolpichfall und parallel zum Schwarzbach-Wasserfall steil und steinig ins Tal

Landschaft mit Steinen

Hejnice
Blick zurück zur Wallfahrtskirche in Hejnice

Pausenplatz
Zwanzig Wandersleut erstürmen am frühen Morgen die nahen Felsen – ein einzelner Rucksack am Weg zurückgelassen.

Isergebirgsstein
Zahlenmäßig kehrt sich das bald und mit den gesammelten Höhenmetern um…

morbid
Das über die Bäume ragende, faszinierende Gestein überzieht eine schwarze, morbide Kruste, dicht von Flechten besiedelt: industrielle Gesteinsschädigung.

Isergebirgsstein
Wo die Felsbrocken geschützter liegen: großes Staunen über große rötliche Kristalle. Wikipedia löst jedes Rätsel: das typische Gestein an den Nordhängen des Isergebirges ist der porphyr-biotitische → Granodiorit. Die Kristalle sind ganz gewöhnlicher Feldspat. Trotzdem: oooohhhhh!

Granodiorit
Bis zu 10 cm können diese Feldspatkristalle gewachsen sein. Mit Klick ins Bild ist ein größeres Gesteinsstück in neuem Fenster zu sehen!

Der Ořešník / Nußstein

Ořešník
800 Meter über dem Meeresspiegel – na ja… Aber das Klettern hat es in sich.

Trotz Stufen, Leiter und Geländer: schwindelfrei sollte man sein. Einige waren es. Dank an Evi für den Foto-Beweis!

Blick vom Ořešník

Zum Stolpichfall

Stolpichfall

Stolpichfall
Der erste Wasserfall meines Lebens! …abgesehen vom Amselfall in der Sächsischen Schweiz, für den der Strick gezogen werden muss…

Stolpichfall

HÖRT IHR MICH?

Stolpich-Wasserfall

Es rauscht, braust und tost!

Stolpich-Wasserfall

Weißer Schnee und schwarze Wasser

Gänsemarsch im Schnee
Erst einmal weiter aufwärts durch den Schnee. Dann auf Asphalt durch das Moor.

Hochmoor
Links und rechts kleine schwarze Moortümpel…

Moortümpel
…und eisenrote Moorbäche, in denen sich Fischlein tummeln.

Moorbach

Parallel zum Schwarzbach-Wasserfall

Hals und Beinbruch!
Upps, was kommt jetzt?

parallel zum Schwarzbach-Wasserfall
Das Rauschen jetzt des Schwarzbach-Wasserfalls,
dann das seines kaum weniger lauten, stürzenden Baches,
begleitet den ewig,
ewig langen Abstieg.

Schwarzbach
Gezähmt plätschert es in Bílý Potok pod Smrkem.

Schwarzbach gezähmt
Nein, auf diesen Felszacken links waren wir nicht mehr, obwohl doch sichtlich noch höchst kräftig ausgeschritten werden kann.

Blick zurück

Das leckere Eis kurz vor Hejnice lockt mehr. Und in Lázně Libverda dann wieder als tägliche Kur das Wasser vom Christiansbrunnen. Ende des 16. Jahrhunderts wurde in Liebwerda diese Heilquelle entdeckt. Der sächsische Kurfürst August I. von Sachsen sowie Herzog, Fürst und Feldherr Wallenstein ließen sich das Mineralwasser extra zusenden.

 

 

→ zurück zur Karfreitags-Wanderung 2019

→ Aufstieg zum Smrk, Isergebirge
→ österliche Abschluss-Wanderung 2019 im Isergebirgsvorland

Ostern im Dr°EI°ländereck

Anreise 29.3.2018, Wanderungen bis 2. April im Dreiländereck Tschechien, Sachsen, Bayern
Die Tradition österlicher Mehrtageswanderung mit Wolfgang Pagel, WSV Rotation Berlin

Drei Kreuze
Drei Kreuze

Schwefel, Schlamm und Schlemmen plus drei Sühnekreuze zum Karfreitag

Wandern zur Burg Seeberg
Die Höhenburg Seeberg: eine der ältesten Wehranlagen im Egerland. Vom Bergsporn aus geht es über einen schroffen Taleinschnitt zur Kirche St.Wolfgang. Der gemächlichere Weg entpuppt sich als Umweg (so ist der Teufel), immerhin vorbei an einem kleinen Mühlen-Wasserfall und passend zum Karfreitag: das hoch aufragende Kreuz mit den Initialen INRI – Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum – Majestätsbeleidigung nach dem Gesetz der Römer und mit Kreuzigung zu ahnden.

Seeberg
Seeberg
Wehranlage Burg Seeberg
Wehranlage Burg Seeberg
Brücke zu St. Wolfgang
Brücke zu St. Wolfgang
INRI
INRI

Durch mooriges Land
Wanderung streckenweise auf der Via Porta Richtung Abtei Waldsassen: Ziel Franzensbad – zum Karfreitag eher ein Bruch abendländischer Tradition. Die Fleisches- und Süßgelüste werden denn auch im Voraus vom Teufel gefeiert mit schlammigen Fahrrinnen, moorigen Gründen und blubbernd, vielleicht direkt aus der Hölle (Magmatismus im böhmischen Cheb-Becken!!!).
Im Vogelparadies kreischen die Möwen und verhacken mit Angriffsflügen Silberreiher, Gänse und Schwäne – auch Hitchcock lässt grüßen.

Folgsam
Folgsam
Sollte es das sein?
Sollte es das sein?
Teuflische Wege
Teuflisch
Bodenlos
Bodenlos
Reservat Naturschutz
Reservat Vogelschutz – am ehesten hörbar
Sprudelquell
Hier gast wer sporadisch aus der Tiefe

Filmkulisse Franzensbad
Kurz vor Franzensbad ein Gesundbrunnen, mit was wohl? Schwefel und Gestank. Uns ist sowieso nicht mehr zu helfen. Franzensbad lockt die Mehrheit mit seinem pieknoblen Versprechen und weniger mit Goethe und Faust, Beethoven und Mozart oder gar → Božena Němcová, für die tschechische Sprache so bedeutend wie Luther, Goethe und die Grimms zusammen.
Sonnengelber Fassadenspaziergang – die geschmückten Menschen zur Osterzeit allerdings rar – vielleicht auch nur zum Karfreitag noch in Sack und Asche.

Filmkulisse
Von außen eher Filmkulisse
Spielzeugland
Franzensbad, Františkovy Lázně
Franzensbad mit Patina
Selten: Franzensbad mit Patina
Die Straße mit Faust und Goethe
Die Straße für Faust und Goethe, aber ohne beide
Kur ist anders
Kur ist anders
Božena Němcová
Božena Němcová

Hoffnung stirbt zuletzt und erscheint am Ende aller Wege mit drei Sühnekreuzen.
Ach ja: das Erleben einer Wanderung kann höchst verschieden ausfallen…

Samstag: Kapellenberg rundum

Ein Wiesenbachtal entlang der früheren Staatsgrenze – urig bis zum Schönberger “Säuerling”, einer eisenhaltigen Waldquelle mit Kohlensäure: lecker, lecker, lecker! Dem Grenzgebiet sei Dank: noch ist alles Natur. Doch Mineralquellen sind endlich und → das Begehren kennt ohne Grenze keine Grenzen.

Die höchst gelegene Quelle am Kapellenberg, der “Schwarze Teich”, bildet bereits ein Hochmoor: Huminsäure tötet alles Leben.
Und bevor wir die “Rommersreuther Schweiz” längs ihrer (lt. Internetgeologie) Quarzfelsen durchqueren, gibt es das Quellgeplätscher der Weißen Elster – vor 50 Jahren etwa bin ich auf ihr von irgendwo bis Leipzig gepaddelt: was für unvorstellbare Mengen von Wasser (und Zeit…).

Woher kommen wir
Woher kommen wir…
Wohin gehen wir
Wohin gehen wir in schrecklichem Eimerrot?
Der Säuerling
Schönberger Säuerling mit Radongehalt
Im Wiesental
Das Wiesental
Grenzwald
Grenzwald
Deutlich eisenhaltig
… und deutlich eisenhaltig
Wo Wasser, da Schlamm
Aber wo Wasser, da Schlamm
Und manchmal fast eine Alm
Manchmal fast eine Alm
Bäume im Wasser
Bäume im Wasser
Wir im Wasser
Wir am Wasser
Die Quelle der Elster
Reich sprudelnde Quelle der Weißen Elster
Der Schwarze Teich
Der Schwarze Teich
Weitsicht vom Kapellenberg
Weitsicht vom Kapellenberg
Gradmessungsäule
Gradmessungsäule
Bunte Steine
Bunte Steine aus allen Richtungen
Quarzfelsen im NSG Rommersreuther-Schweiz
NSG Rommersreuther-Schweiz

Ostermärsche am Ostersonntag

Ungeplante Ostermärsche* auf dem quälenden Beton der unendlichen Grenzwege, vorbei an den Resten von Panzersperren, dem Beton für Pflichterfüllung und trotz EU mit zeitlich begrenztem Übertritt der Staatsgrenze. Das alles ist kaum zu umgehen in dem “Ascher Ländchen”, das den zipfligen Verlauf der deutsch-tschechischen Grenze bildet.

*die jährliche, pazifistische Demo in Deutschland: Stopp von Rüstungsexporten, Abschaffung der Atomwaffen und dringend Abrüstung!

Zur Landesgrenze
Zur Landesgrenze
Panzersperre
Panzersperre
Blick nach Deutschland
Blick nach der anderen deutschen Seite: Hohenberg an der Eger
Grenzweg Tschechien - Deutschland
Blick nach Oberfranken
Brücke über die Eger
Brücke über die Eger
Staatsgrenze Übergang
Staatsgrenze Übergang
Osterfrühling an der Eger
Osterfrühling an der Eger
Wildwasser Eger
Wildwasser Eger (tschechisch Ohře)
Das schwarze Schaf von H., W. und G. inspiriert
.

In den hohlen, finstern Löchern,
stecken Ostereier noch und öchern…
Zufrieden jauchzen alle nett,
vor allem Schokoei macht fett.

Das schwarze Schaf von H., W. und G. inspiriert
und mit Foto von Kirsten

Frohe Ostern in alle Lande!
Frohe Ostern in alle Lande!
Suchet so werdet ihr finden
Suchet so werdet ihr finden
Pflicht ohne Sinn
Pflicht ohne Sinn
Tinker - einmal nicht von Schleich
Unterwegs: Tinker – einmal nicht von Schleich
Unendlich schmerzhaft
Unendlich und schmerzhaft heimwärts
Grenzkapelle
Grenzkapelle

.

Ein Montag der etwas abenteuerlichen Überraschungen

Zaghaft führt unser Gastwirt an dem eigentlichen, tschechischen Osterfeiertag den Peitschenbrauch vor. Gejagt werden wir mit den jungen Weidenzweigen nicht. Unsere sichtlich schwindende Lebenskraft lohnt die Liebesmüh nicht. Das köstliche Osterwasser aller Quellen des Egerlandes haben wir zu früh und schnöde zerredet. An Slivovic hat keiner gedacht und der bulgarische Selbstgebrannte ist jenseits hiesiger Tradition bereits geleert. Uns ist nicht zu helfen und junges Blut braucht für die letzte Wanderung keine zusätzliche Kraft.

Irgendwann rutschen wir bereits abkürzend, aber abenteuerlich entlang eines Abbruches → Richtung aufgegebene Ortschaft Markhausen/Pomezná – versinkend in glitschigem Kalkmergel. Von ehemaliger Sandgrube keine Spur. Um die Schuhe legt sich eine weiße Hülle – Erinnerung bis Berlin. Wegelos über kleine Wassergräben mit steilen Ufern, unterhalb ein Staudamm als für den Blick undurchdringliche Vegetation. Der einzige Anwohner ist auskunftsfähig: die westliche Hälfte des Stausees durchfließen nur noch einzelne Wasserarme, ausgehend von der einstigen Mühle Pomezná.

Es wird sogar sonnig
Es wird sogar sonnig
Hinter dem Morgendunst eine Ahnung von gutem Wetter
Hinter Morgendunst die Ahnung von gutem Wetter
Selbst ist die Frau
Selbst ist die Frau
Der Hang aus weichem Mergel
Der Kalkmergel-Hang
Festungsruine Markhausen
Festungsruine Markhausen
Rutschige Gräben
Rutschig hohe Gräbenufer
Das blaue Lungenkraut
Volksheilkunde: Lungenkraut zur Wundheilung
Der schreckliche Tod
Ohne Kenntnis: 10m höher wächst Lungenkraut!

Das Rundum-Erklimmen der mächtigen Burg Liebenstein wird nur von einer rasenden Minderheit versucht. Die Burg wird gegenwärtig restauriert. Umgeben von Bauzaun und Schutt ist der gewaltige Eindruck am ehesten mit einem alten Stich einzufangen.
Die angepeilte Gastwirtschaft in Libá hat merklich die Nase voll von allen deutschen Grenzgängern. Wir wandern von Zeit und Unruhe gepeitscht zurück in bekannter Gegend (nicht jeder erinnert sich) nach Hazlov. St. Wolfgang ade. Heiden glauben nicht an gute Fügung. So ist das mit Glaube, Hoffnung und Zuversicht.

Der Legende nach warf der Regensburger Bischof Wolfgang 975 auf der Flucht vor politischen Wirren durstig seinen Stab ins Tal. Eine Quelle wurde in Nähe des heutigen Ortes St. Wolfgang erweckt. Im quellreichen Egerland war St.Wolfgang ebenfalls der Dank gewiss.

Mühlgraben vor Liebenstein
Vor Libá: zu schnelle Wanderin aus falscher Richtung
Die einstige Mühle
Einstige Mühle von Markhausen
Burg Liebenstein restauriert
Burg Liebenstein restauriert
Burg Liebenstein
Liebenstein – inzwischen von Betonstraße umgeben
Ein letzter Blick
Letzter Blick Richtung Burg Seeberg
Richtung Hazlov
Richtung Hazlov

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Farm in besten Händen und bester Erinnerung
Farma v nejlepších rukou a v nejlepší paměti

Im Dreiländereck, am Rande des nordwestlichen Zipfels des böhmischen Beckens: die sehr herzliche, wunderbare → Unterkunft in Polná mit allem Haus- und Hofgetier was man sich denken kann! Zwei bequeme Kilometer weiter ein uriges, lecker tschechisch beköstigendes Restaurant – ideal vor allem für den abendlichen Verdauungsspaziergang mit → Ostermond (allerlei aus meiner ehrenamtlichen Zeit, sonst nirgends und keinesfalls zu finden!). Was wollen wir mehr? Na ja: wandern! Das wurden an insgesamt vier Tagen über 100 abwechslungsreiche Kilometer bei gutem Wetter der diversen Art.

Hofgebäude
Hofgebäude
Ökofarm Polná, Tschechien
Ökofarm Polná, Tschechien
Die Tiere
Groß, klein und ganz klein
Geräte
Meine Sehnsuchtsarbeit Holz hacken
Österlicher Fleiß
Österlicher Fleiß
Geliebte Tiere 2
Geliebte Tiere
Geliebte Tiere 1
Geliebtes Tier – Dank an A. für das Foto!
Bauernschrank
Liebe zur Natur ergibt Kunst
Die tschechische Ostertradition
Tschechische Tradition am Ostermontag
Das himmlische Osterei
Das himmlische Osterei
Transporter zum Bahnhof - neu
Zum Bahnhof modern
Die Wagen
Der Fuhrpark

Hin- und Rückfahrt mit deutschen Bahnfahrzeugen wie üblich: hinzu unabsehbarer Aufenthalt wegen Personen auf einer Brücke – nächtliche Ankunft. Die Rückfahrt nach Berlin mit 15 km/h: der Lokführer repariert den ICE???, dann streikt die Strecke selbst, zuletzt fallen die Stellwerke aus und auf der S-Bahn ein Notarzteinsatz…

Bitte die Bilder mit Klick in neuem Fenster vergößern!

Wolfgang und Goethe: das Osterfest

Blick vom Schneeberg am Ostersonntag morgens
Blick vom Schneeberg am frühen Morgen, Tschechien, Ostern 2017

Vom Eise befreit sind die Bäche durch des Frühlings belebenden Blick.
Der alte Winter in seiner Schwäche zog sich in raue Berge zurück.


 
Dorthin fahren wir, nach Tschechien, in die sächsischen oder böhmischen Berge.
 

Ostern 2015 in Tschechien, © Walter Grenda
Ostern 2015 in Tschechien, © Walter Grenda

Jeder sonnt sich gern zum Osterfest auf einer Bergwiese. Wieder Auferstehen ist bei Heiden weniger beliebt.

Ostern 2017
Ostern 2017

Die Sonne leuchtet allerdings in jedem Jahr schwächer als der Schnee. Dafür leuchten die schönsten, vor allem die dunkelroten Ostereier in ihren Schneeverstecken.

Ostereier
Ostern 2017

Erst am Montag kehren wir um von diesen Höhen; nach der Stadt lieber nicht zurücksehen…

Ostern 2015
Ostern 2015, © Walter Grenda

Dort ist des Volkes wahrer Himmel, um Himmels willen… vom Himmel kommt der Himmel…

Ostern 2015 in Tschechien, © Walter Grenda
Ostern 2015 in Tschechien, © Walter Grenda

Egal, bis zur Abfahrt schnell noch mindestens 20 Kilometer wandern: Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

Ostern 2015, © W.Pagel
Ostern 2015, © Wolfgang Pagel

Von Karfreitag bis Ostermontag etliche Höhenmeter auf- und abwärts wandernd unterwegs: eine Tradition vom Wandersportverein Rotation Berlin e.V. unter Leitung von Wolfgang Pagel, unterstützt vom Osterhasen.