Oktober 2017

Umgestürzter Baum im Spreewald 2017
Umgestürzter Baum im Spreewald 2017

Den Baum oben fotografierte ich im Sommer 2017 an der Moorigen Tschumi bei Lübbenau, lange vor dem Sturm Xavier vom 5. Oktober.
Manchmal denke ich in Gleichnissen. So wie vor vielen Jahren bei bestem Wetter, ohne Wind, urplötzlich wenige Meter vor mir ein riesiger Kastanienbaum unterhalb der Mauer des Krakauer Wawels auf den Weg knallte, so ist manchmal auch unser Leben.

Mehr als 20.000 Bäume soll Xavier am 5. Oktober in Brandenburg beschädigt oder umgeworfen haben. Die größten Verwüstungen wurden zwischen Altruppin, Belzig, Rathenow und Lübben festgestellt. Ein zweiter Sturm fegte am 12. Oktober über Berlin und Brandenburg. Die Landesforstbetriebe warnen vor dem Betreten der Wälder. Wie viel Arbeit gibt es jetzt hier!
Nun aber vom 15.10. – 21.10.2017 das BERGWALDPROJEKT in der Sächsischen Schweiz. Nach 2x Freiwilligenarbeit im Nationalpark Harz wollte ich in den Wäldern des Staatsbetriebes Sachsenforst beim Entstehen stabiler Bergmischwälder helfen. Geplantes scheint unserer Zeit nicht mehr angemessen. Wir rennen den globalen Katastrophen hinterher.

Berlin, 13.10.2017

Okt. Route Art der
Wanderung
Besonderheiten km
15. Bad Schandau
Forstmühle
Singlewanderung mit Gepäck ca.14
15.-21. Sachsenforst zwischen Königstein und Bielatal Bergwaldprojekt Macht so glücklich wie Wandern! rackern
und
klettern –
vor allem zur Arbeit!
18.  Labyrinth Mit dem Bergwaldprojekt unterwegs unterhalb vom Labyrinth der Arbeitseinsatz
20.  Pfaffenstein Mit dem Bergwaldprojekt unterwegs honiggoldenes und feuriges Oktober-Geschenk
21. Dresden
Großer Garten
Singlewanderung ein langer Spaziergang
mit Gepäck
 ca.10

Was für ein Oktober 2017!
28.10. morgens 4:30 Uhr. Heute war eine Wanderung angesagt. Ich belasse es in diesem Monat beim Bergwaldprojekt: nur nicht im rasenden Veranstaltungsalltag ankommen. Nirgends ankommen. Nichts wollen, nichts behaupten zu wissen, nichts verteidigen, nichts glauben. Keine Gewissheiten.
Vor meinem Fenster biegen sich bereits wieder die Bäume in aufkommendem Sturm.
In den Emails dringende Bürgeraufrufe gegen Glyphosat. Gesundheitsnotstand wegen Drogenproblematik in den USA. Giftigkeiten im ganz Kleinen und im Großen.
Die Air-Berlin-Arbeitslosen, nicht nur die… Leben angeblich auf hohem Niveau. Die tägliche Existenzangst bemisst sich anders.
Katalonien (auch zum Wandern) unter Zwangsverwaltung. Separatisten. Keine Chance auf Anerkennung. Ich schaue in das Gesicht von EU-Ratspräsident Tusk, Bildquelle Reuters, das 12 Sternebanner im Hintergrund (soll ich den Screenshot etwa hier dazwischen packen?). Als die Flüchtlingswelle Willkommenskultur herausforderte, mussten europäische Sinti und Roma aus unserem deutschen Mitteleuropa verschwinden. Großbritannien. Tschechien. Polen. Ungarn. Die Kurden, hier bei uns und anderswo. Pegida. AfD. Volksentscheide. Schon diese nahtlose Aufzählung ruft Empörung hervor. Alle wissen alles genau. Und das ist nur das Wenige, was uns ganz unmittelbar zu kurzen Wandergesprächen mit allwissend tuendem Halbwissen verleitet.
Was muss man wissen? Warum soll ich dies und jenes wissen oder nicht wissen. Googeln???
Pierrot – ich habe das Lachen verlernt.
Das Wandern, das Wandern, das Wah haha wahn dern…, mein purer Wanderwahn hat gerade gelitten.